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Wer es sich leisten kann, steigt auf Kleinwagen um - viele andere melden ihr Auto ab.
 

70.000 Griechen meldeten vor Jahreswechsel Autos ab

Weil sie sich die Kfz-Steuern für 2014 nicht leisten können, melden tausende Griechen vor dem Jahreswechsel ihre Autos ab – Neuzulassungen um 40 Prozent zurückgegangen

23.12.2013 APA

Vor dem Jahreswechsel melden tausende Griechen ihre Autos ab, weil sie sich die Kfz-Steuern für 2014 nicht leisten können. Das führte am Montag zu langen Warteschlangen in den Steuerämtern – Autofahrer wollten die Nummernschilder ihrer Autos zurückgeben, wie das griechische Fernsehen zeigte. „Wir haben bisher (2013) etwa 70.000 Rückgaben“, so der für die Einnahmen zuständige Generalsekretär des Finanzministeriums, Charis Theocharis.

Einnahmen der Griechen um fast 40 Prozent gesunken

Wer sich es leisten kann, steigt vielfach auch auf Kleinwagen um. „Wir fahren jetzt ein kleines Auto und zahlen 120 Euro. Wir können die 265-Euro-Verkehrssteuer für unseren 1,6 Liter Mittelklassewagen nicht mehr zahlen“, erklärte der 52-Jährige Elektrotechniker Giorgos Magoufis am Montag der dpa. Wegen der harten Sparmaßnahmen des Euro-Krisenlandes sind die Einkommen der Griechen nach Schätzungen der Gewerkschaftsverbände (GSEE-ADEDY) seit 2009 durchschnittlich um fast 40 Prozent gefallen. Um mehr Einnahmen in die Staatskassen zu bekommen, müssen Autofahrer von teuren Wagen eine Luxussteuer von bis zu 1.320 Euro entrichten. Nach Schätzungen des Autohandels wurden seit 2009 mehr als eine Million Fahrzeuge abgemeldet.

Neuzulassungen in Griechenland um 40 Prozent zurückgegangen

Griechenlands Automarkt liegt am Boden. Von Jänner bis Ende November sanken die Neuzulassungen nach Zahlen des Branchenverbandes ACEA um 40 Prozent auf nur noch rund 55.000 Fahrzeuge. Dies war der stärkste Rückgang in der Europäischen Union.

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  • greece

    @Ravenbird,kann deinen Kommentar nur beipflichten-Griechenland hat es nur deshalb als erstes erwischt weil das ganze System schon immer auf wackeligen Füßen stand, nur nicht an Morgen denken. Österreich lebt noch von seinen „an Morgen“ denken, sprich ersparten, aber es wird genauso den Weg Griechenlands gehen, so wie die restlichen Länder.Der Mensch lernt nichts……….

  • Ravenbird

    Das steht uns auch noch bevor. Die Staatsfinanzen Österreichs sind noch maroder als die Griechenlands. Allerdings schützt uns im Moment der – noch – gute Ruf und die Tatsache, daß, wenn Österreich offiziell um Unterstützung bei der EU ansuchen würde, diese auf einen Schlag beendet wäre.
    Bedenken Sie bitte, daß nur Betrügereien wie die Auslagerung der Bahnschulden auf Privat und die Gründung der privaten ASFINAG Österreich den Beitritt zur EU überhaupt ermöglicht haben. Schon damals wäre offiziell ein Beitritt aufgrund der hohen Verschuldung nicht möglich gewesen. Aber im Tricksen waren wir den anderen immer schon haushoch überlegen.

    • Georg

      Sie waren wohl noch nie in Griechenland. Die Griechen waren immer schon faul und jetzt wundern sie sich, dass sie ohne produktiv zu sein nichts konsumieren können. Griechenland mit Österreich zu vergleichen ist nicht nur unnötig sondern einfach falsch.

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