Ein Nissan Leaf tankt an einer Ladesäule
Das Laden eines Elektroautos soll bald so selbstverständlich sein wie das Geldabheben am Bankomaten.
 

300 neue E-Tankstellen in Wien bis 2015

Ein Konsortium aus Wien Energie, NTT und Schrack will den Ausbau der Ladeinfrastruktur in der Bundeshauptstadt kräftig vorantreiben.

24.10.2013 Online Redaktion

Es sei ein „Henne-Ei-Problem“, so der Geschäftsführer des Technik-Bauteileherstellers Schrack, Wilhelm Großeibl: Die Autohersteller halten sich mit der Einführung von Elektroautos zurück, weil vielerorten die Infrastruktur noch nicht ausgebaut ist – und umgekehrt. Nun will man das Problem von hinten angehen und zwar massiv. Allein in Wien sollen bis 2015 300 neue Elektro-Tankstellen eröffnet werden, das entspricht einer Verdreifachung der Infrastruktur. Dazu kommen hundert weitere Ladestationen in Niederösterreich, schrittweise sollen alle Ballungsräume in Österreich verbunden werden. Noch nicht geklärt ist, ob sämtliche Wiener Ladesäulen öffentlich zugänglich sein werden – derzeit ist das Laden von Elektroautos fast ausschließlich in kostenpflichtigen Tiefgaragen möglich.

Ausbau der Lade-Infrstruktur in Wien als Teamarbeit

Verantwortlich für den Ausbau der Lade-Infrastruktur zeigt sich ein Konsortium der Wien Energie mit dem Technik-Ausrüster Schrack und dem Daten-Verarbeitungsunternehmen NTT Data. Die Gesamtinvestition für die 100 Ladestationen beläuft sich auf 1,5 Millionen Euro, die Ladesäulen selbst schlagen dabei mit durchschnittlich 3.600,– Euro zu Buche. Besonders teuer kommen dabei die Schnelllade-Einrichtungen, die bis zu 30.000,– Euro kosten dafür, dass sie in 10 Minuten bis zu 10 Kilometer Reichweite in die Akkus schaufeln können. Schwächere Ladestationen kosten hingegen nicht mehr als einige hundert Euro.

Stromtanken soll künftig wirklich barrierefrei sein

Elektrizität für das Auto zu beschaffen, sollte künftig so einfach sein wie Geldabheben am Bankomat, so NTT Data-Österreichchef Martin Mai. Das setzt auch eine modulare, offene Software-Plattform für die Lade-Infrastruktur voraus. Schon heute kann mit der Tank-Karte der Wien Energie bei eMorail (ÖBB et al.) sowie der Energie Steiermark geladen werden. Die Stromkosten werden dabei quartalsmäßig abgerechnet. Noch in den Sternen steht die Einführung einer Kreditkarten- oder Bankomatzahlungsmöglichkeit.

Noch bis zum Ende dieses Jahres sollen in Wien folgende Parkhäuser mit Elektro-Zapfsäulen ausgestattet werden: die Rathausgarage, die Votivpark-Garage, Millenium City, das Parkhaus 2 am Wienerberg und die Garage des Hotel Marriott am Parkring.

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