1/21
1993 Ferrari 512 TR
 

Mittelmotor-Glorie

Um die Mittelmotor-Glorie zu beenden benötigt es noch zwei Fahrzeuge, dabei handelt es sich um den Ferrari 512 TR sowie den F512 M.

18.08.2016 radical mag

Damit wird die Geschichte der Mittelmotor-Berlinetta-Boxer noch rund kriegen, nachdem wir schon den 365 GT4 BB, den 512 BB, den 512 BBi und den Testarossa hatten, wollen wir doch hier noch ein paar Worte zum Ferrari 512 TR schreiben. Und auch gleich noch etwas zum F512 M.

1993 Ferrari 512 TR
© Bild: RM Sotheby's

1993 Ferrari 512 TR

Ferrari 512 TR, deutlich besser, als der Testarossa

Aus dem Testarossa wurde 1991 der 512 TR. Das bedeutete in erster Linie: mehr Leistung. 428 PS und ein maximales Drehmoment von 491 Nm bei 5.500/min waren es, dies dank geänderten Zylinderköpfen mit größeren Ventilen, etwas mehr Luft und eine verbesserte Auspuffanlage. Die 0 auf 100 schaffte er in 4,8 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit lag bei 314 km/h. Von außen sind die 512 TR an einem neuen, trapezförmigen Kühlergrill erkennbar, ähnlich wie beim 348er. Auch von hinten ist er gut erkennbar, die Heckschürze umfasste die Auspuffrohre. Es darf geschrieben sein, dass der 512 TR ein deutlich besseres Fahrzeug war als der Testarossa, einfacher zu schalten, einfach im Handling – es wundert deshalb auch nicht, dass diese Modelle, von denen bis 1994 stolze 2.261 Exemplare entstanden, höher gehandelt werden als die Rotkäppchen, obwohl sie jünger sind.

1993 Ferrari 512 TR
© Bild: RM Sotheby's

1993 Ferrari 512 TR

Ferrari F512 M, der letzte seiner Art

Von 1994 bis 1996 wurden dann noch genau 501 Exemplare des F512 M gebaut, das «M» steht für «modificato». Auch bei diesem Modell stieg die Leistung nochmals, es gab nun 446 PS. Und optisch ist der F512 M gut erkennbar an den Scheinwerfern hinter Klarglas, die Klappscheinwerfer mussten weichen. Hinten gab es je zwei Leucht-Elemente auf beiden Seiten, der schwarze Grill entfiel. Der F512 M war der letzte seiner Art – und irgendwie war das auch gut so, das Konzept hatte sich ein bisschen überlebt. Dieser 1995 Ferrari F512 M wurde am 14. Mai 2016 von RM Sotheby’s in Monaco angeboten, einen Abnehmer fand er damals nicht.

1995 Ferrari F512 M
© Bild: RM Sotheby's

1995 Ferrari F512 M

Richtige Schnäppchen

Weil die F512 M aber nicht besonders hübsch sind, bleiben sie weiterhin: Schnäppchen. Was sicher auch daran liegt, dass sie im Unterhalt sehr teuer sind. Andererseits ist die Lage bei den Ersatzteilen ziemlich entspannt. Größte mechanische Schwäche ist das Getriebe, die «falschen» Boxer-Motoren aller Generationen haben sich dafür als sehr zuverlässig erwiesen.

pixel