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Porsche 911 Turbo Ruf CTR: Letzter Aufruf, letzte Chance

Wenn 911er erst die 300.000-Dollar-Marke knacken und dann an der 500.000 kratzen ist klar, wir werden niemals einen 911er Turbo besitzen. Hier die letzte Chance?

26.04.2016 radical mag

Dass die älteren Porsche gerade ein bisschen durch die Decke gehen, dürfte unterdessen jeder mitgekriegt haben. Zuletzt erzielten ein paar relativ profane Stuttgarter aus der Sammlung von Jerry Seinfeld neue Rekordwerte (während dafür andere, so richtig wertvolle Stücke die «estimates» nicht erreichten). Aber wenn dann ein 89er 911 Turbo auf über 300.000 Dollar kommt oder ein 97er 911 Turbo S ganz knapp an der halben Million vorbeischrammt, dann ist offensichtlich, dass irgendetwas nicht mehr so ist, wie es sein sollte. Der Punkt: für Normalsterbliche sind ältere Porsche unbezahlbar geworden.

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© Bild: RM Sotheby's

Die letzte Chance für einen Porsche 911 Turbo Ruf CTR?

Aber wir sehen noch eine letzte Chance: die getunten Geräte. Gut, Alois Ruf sieht sich ja nicht als Tuner, sondern als Hersteller, doch das ist in dieser Geschichte nicht so wichtig. Denn Mitte Mai kommt bei RM Sotheby’s in Monaco ein Porsche 911 Turbo Ruf CTR unter den Hammer, Schätzpreis um die 200.000 Euro. Das ist für einen 911 Turbo aus jenen Jahren ein fairer Preis, nicht gerade ein Schnäppchen, aber auch nicht jenseitig.

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© Bild: RM Sotheby's

Rekordhalter und Ferrari-/Lamborghini-Konkurrent

Nun ist aber so ein CTR ja nicht irgendein billiger Pimp, sondern so ziemlich das Beste, was man in jenen Jahren kaufen konnte. Besser bekannt als «Yellowbird», schaufelte der CTR aus 3,4 Litern Hubraum mit Hilfe von zwei Turbos satte 470 PS auf die Gasse. Und war im Test von «Road & Track» sagenhafte 340 km/h schnell. Wenn man bedenkt, dass damals ein Ferrari 288 GTO und ein Lamborghini Countach seine Gegner waren (die es bei weitem nicht auf 300 km/h brachten) oder ein Porsche 959, dann muss man das Ruf-Monster schon irgendwie würdigen. Ach ja: 8:05 auf der Nordschleife, das war während Jahrzehnten ein Rekord für ein «Serien»-Produkt. Zudem stand ja auch die Verarbeitungsqualität dieser Geräte in einem guten Ruf.

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© Bild: RM Sotheby's

Ruf, die schnelleren Porsche

Wir möchten ja hier nicht behaupten, dass die Ruf die besseren Porsche waren – aber sicher die schnelleren. Und heute anscheinend die günstigeren – da sollte man vielleicht ein bisschen genauer hinschauen. Und es gibt neben Ruf noch andere «Tuner», die ausgezeichnete Veredelungen hervorbrachten, Sportec zum Beispiel. Es gibt aber wohl noch mehr, von denen man getrost auch die Finger lassen kann…

Vielen Dank für diesen Beitrag an die Kollegen von radical-mag.com

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