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Die wichtigste 250 GT Berlinetta überhaupt?

Jener Ferrari 250 GT, der zur Bezeichnung «Tour de France» führte, wird versteigert. Unter einem zweistelligen Millionen-Preis geht wohl nichts.

03.08.2015 radical mag

Ja, manchmal staunen wir auch ein bisschen. RM Auctions, seit kurzem im automobilen Bereich zusammen mit Sotheby’s und deshalb jetzt RM Sotheby’s benannt, versteigert Mitte August in Monterey die vielleicht wichtigste 250 GT Berlinetta, die besser bekannt ist unter dem Beinamen «Tour de France», Chassisnummer #0557GT. Genau dieses Fahrzeug war im Sommer 1956 an Marquis Alfonso de Portago ausgeliefert worden – und gewann mit de Portago/Nelson die «Tour de France», die vom 17. bis 23. September 1956 stattfand. Der Wagen gewann noch drei weitere Rennen, bevor er 1957 an Hans Tanner weiterverkauft wurde; seit 1992 ist #0557GT im Besitz des mexikanischen Sammlers Lorenzo Zambrano, der sie jetzt anscheinend loswerden will.

1956 Ferrari 250 GT Berlinetta Competizione ‚Tour de France‘

Der Preis muss stimmen

Aber wohl nur, wenn der Preis stimmt – der bisherige Höchstpreis liegt bei 6,71 Millionen Dollar. Unter einem zweistelligen Millionenbetrag geht wohl nichts – und doch darf man sich etwas wundern, weshalb Zambrano, der eine der schönsten Ferrari-Sammlungen überhaupt besitzt, sich von diesem geschichtsträchtigen Fahrzeug trennen will. Oder ist es vielleicht einfach mal wieder ein Versuchsballon, um die Preise noch weiter nach oben zu treiben?

1956 Ferrari 250 GT Berlinetta Competizione 'Tour de France' (14)
© Bild: RM Auctions

Falsche Informationen

Und weshalb staunen wir? RM Sotheby’s ist eines der größten Auktionshäuser überhaupt, die Monterey-Versteigerung im August dürfte die Rekorde wieder purzeln lassen. Doch was sie zu diesem Wagen schreiben ist leider falsch. Er sei die fünfte 250 GT Berlinetta gewesen, der gebaut wurde; stimmt nicht, sie war die siebte, vorher kamen #0503GT, #0507GT, #0509GT, #0513GT, #0539GT und #0555GT (würde man die zwei Zagato, #0515GT und #0537GT noch dazu zählen, dann…). Und auch, dass er von den Erben von de Portago (der bekanntlich 1957 bei der Tragödie von Le Mans ums Leben kam) an einen Freund des Marquis, C. Keith W. Schellenberg, verkauft wird, stimmt wohl eher nicht, weil, eben: Hans Tanner, der später zum einem der wichtigsten Ferrari-Historikern überhaupt wurde.

Vielen Dank für diesen Beitrag an die Kollegen von radical-classic.com

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