1940 Was noch geschah Zeitmaschine BMW 328
Zeppelin. Geht. Bzw. fliegt.
 

1940 – Was noch geschah

Von A bis Z. American Film bis Zeppelin.

05.10.2011 Autorevue Magazin

Wissenschaft: Ein Ziel wie kein Ziel

Freilich musste sich auch die Wissenschaft neu ausrichten, wenn möglichst schnell wieder zivile Ziele verfolgt werden sollten, jetzt aber steht Militärisches im Vordergrund: die noch nicht existierende Atombombe. Damit die Nazis nicht die Ersten sind, tritt in Großbritannien die MAUD-Kommission zusammen, um sich mit der Theorie der Atombombe zu beschäftigen. Ergebnis: Könnte gelingen, aber nur die USA haben die nötigen finanziellen und menschlichen Ressourcen.

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Immer weniger Platz bleibt angesichts dieser Zukunft für die Luftschiffe, längst überholte Zukunftshoffnungen. „Graf Zeppelin“ und „Graf Zeppelin II“ werden in Deutschland abgewrackt, die Luftschiff-Hallen am Flugplatz Rhein-Main gesprengt, um ausländischen Piloten nicht als Orientierungshilfe zu dienen. Die neue Ära steht ohnedies bereit, in den USA: Igor I. Sikorsky fliegt mit dem Hubschrauber Sikorsky VS-300, damit existiert der erste (halbwegs) brauchbare Hubschrauber. Sikorsky trägt beim Flug übrigens einen Hut.

In Ägypten wird ganz Altes entdeckt: Der französische Forscher Pierre Montet öffnet die unversehrte Grabkammer des Pharaos Amenemope, die fürderhin freilich nicht mehr unversehrt ist.

Film & Musik: Lange Nase

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Der Fokus des Filmschaffens liegt eindeutig in den USA, die Entwicklung in Europa darf aber aufblitzen: Charlie Chaplin liefert mit „Der Große Diktator“ ein (nur damals umstrittenes) Meisterwerk, besonders prophetisch gelingt die Szene, in der Adenoid Hynkel mit dem Erdball spielt, bis er zerplatzt. Heiteren Stoff bearbeitet Walt Disney mit seinem zweiten abendfüllenden Zeichentrickfilm „Pinocchio“, heute zählt er laut American Film Institute und damit offiziell zu den 100 beeindruckendsten Filmen Amerikas. Disneys erster Zeichentrick-Langfilm hieß übrigens „Schneewittchen und die sieben Zwerge“, auch bis heute gültig.

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Bei der Oscarverleihung räumt „Vom Winde verweht“ am heftigsten ab: 15 Nominierungen führen immerhin zu zehn Oscars, Hattie ­McDaniel gewinnt als erste schwarze Darstellerin, Regisseur Victor Fleming erscheint aus ungeklärter Ursache nicht selbst, um seinen Oscar entgegenzunehmen.

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Die Top-10 1940 in den USA

1. Perry Como – Prisoner Of Love
2. Eddy Howard – To Each His Own
3. The Ink Spots – The Gypsy
4. Frank Sinatra – Five Minutes More
5. Frankie Carle – Rumors Are Flying
6. Frankie Carle – Oh! What It Seemed To Be
7. Johnny Mercer – Personality
8. Bing Crosby & The Andrews Sisters South America – Take It Away
9. Dinah Shore – The Gypsy
10. Frank Sinatra – Oh! What It Seemed To Be

Mode: Noch ungetarnt

An den Rändern des Lebens wird noch versucht, ein wenig Normalität vorzugaukeln, was zumindest außerhalb des Deutschen Reiches noch mittels Mode gelingt: Im Frühling stellt die Pariser Haute ­Couture in einer letzten Modenschau die neuen Kollektionen vor, die Dame von Welt trägt geometrische, strukturierte Formen mit ­chapeaux extravagants. Die Hüte gehen auch als plastisches Kunstwerk durch.

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In Deutschland gibt’s bereits Reichskleiderkarten zum Bezug von Textilien, die Modejournale präsentieren daher hauptsächlich Vorschläge zum Umarbeiten älterer Modelle. Stoff­sparend, ­versteht sich. Statt Pelzdekors wird zu Quasten oder Zierknöpfen ­geraten.

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Herrenmode ist kaum noch existent (wiewohl die Hosenträger langsam vom Gürtel abgelöst werden), die meisten Schneider stellen auf Uniformen um, auch die Werbung verliert das Bunte: Vielleicht Sekt, solange es noch geht, oder ein Mittel gegen Sodbrennen?

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