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Der schnellste Personenwagen der Welt

Der Alfa 8C 2900 B Lungo zählt zu einem der schönsten Autos aller Zeiten. Und um die Oberflächlichkeit zu überwinden: technisch, zieht er mindestens gleich.

14.07.2016 radical mag

Man muss es klar sehen: der Alfa 8C 2900 war ab Mitte der 30er Jahre so ziemlich das großartigste Fahrzeug überhaupt. Der 2,9-Liter-Reihenachtzylinder stammte aus dem erfolgreichen Rennwagen Tipo B, der dann 1935 zwar nicht mehr für Grand-Prix-Erfolge gut war, aber für die Straße noch locker ausreichte. Die Maschine war ein Wunderwerk in jener Zeit, Zylinderkopf aus Alu, zwei obenliegende Nockenwellen, zwei Kompressoren, 180 PS bei 5.200/min für die Straße, 220 PS für Rennen wie die Mille Miglia oder die 24 Stunden von Le Mans. Dazu kam: Transaxle-Bauweise, also Motor vorne, Getriebe hinten. Dazu kam: Einzelradaufhängung. Wir schreiben das Jahr 1936.

Alfa 8C 2900 A und B und die Mille Miglia

Es gab den 8C 2900 mit zwei unterschiedlichen Radständen, 2,8 Meter und 3 Meter. Es gab ihn auch als A und B, den B ab 1938 – und gleich mit einem Dreifachsieg bei der Mille Miglia. Apropos Mille: Clemente Biondetti gewann auf einem 8C 2900 B das Rennen auch im Jahre 1947. Und das ohne Kompressoren und mit noch 137 PS, weil es das Reglement so verlangte.

1938-Alfa-8C-2900-B-Lungo (6)
© Bild: Peter Ruch

Der schnellste Personenwagen der Welt

Man darf davon ausgehen, dass von diesem großartigen Alfa Romeo 10 Stück mit langem und 20 mit kurzem Radstand gebaut wurden. Das hier gezeigte Exemplar trägt eine wunderbare Karosserie von Touring, stammt aus dem Jahr 1938 – und war damals gemäß «Motor Sport» «der schnellste Personenwagen der Welt». Was nicht weiter wundert, die 180 PS trafen auf nur gerade 1250 Kilo – und auch der «Lungo» rannte stolze 175 km/h schnell. Außerdem ist er einfach nur wunderschön – für unser Empfinden einer der schönsten Alfa Romeo überhaupt.

Alfa Romeo Museo Storico

Es ist dies ein weiterer Teil über unsere liebsten Ausstellungsstücke im Museo Storico von Alfa Romeo, wo wir eine Nacht verbringen durften. Was wir schon hatten:

Vielen Dank für diesen Beitrag an die Kollegen von radical-mag.com

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