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BMW 7er (G11 /G12): das Hightech-Aushängeschild

Mit Hightech, neuem Komfort und beeindruckender Fahrdynamik will der neue 7er BMW die übermächtige Mercedes S-Klasse vom Luxusthron stoßen. Am Steuer setzt der Bayer Maßstäbe.

18.04.2015 Press Inform

Das Duell ist alles andere als neu. Seit der 7er BMW der Baureihe E23 1977 das Licht der automobilen Welt erblickte, beißt er sich an der Mercedes S-Klasse die Zähne aus. Das dürfte bei der neuen 7er BMW mit der internen Bezeichnung G11 / 12, der auf der Frankfurter IAA im Herbst seine offizielle Weltpremiere feiert, kaum ändern. Das liegt nicht an der fehlenden Qualität des neuen bayrischen Aushängeschildes; im Gegenteil, denn die ersten Fahreindrücke in maskierten Prototypen zeigen, dass der BMW dem Klassenprimus aus Stuttgart allemal das Wasser reichen kann. Er dreht ihm in Sachen Leichtfüßigkeit eine schmerzhafte Nase ohne dabei unkomfortabler zu sein. Das Problem liegt vielmehr am Modellportfolio. Denn während Mercedes seine S-Klasse aus der Luxusklasse mit vier Limousinenderivaten inklusive Maybach- und Pullman-Varianten, Coupé und Cabrio selbstbewusst Richtung Himmel ausgewälzt hat und dabei an das Tor zu Bentley und Rolls-Royce klopft, hält sich BMW bei seinem neuesten Schmuckstück zurück. Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich: „Der 7er BMW hat für uns eine zentrale Bedeutung. Er ist unsere Visitenkarte und als solche das erste Fahrzeug mit der neuen Heckantriebsstruktur.“ Seit Ende 2008 wurde von der vergangenen Siebener-Generation über 350.000 Fahrzeuge verkauft. Das Jahr 2011 war mit 67.200 Modellen das erfolgreichste Jahr. 2014 waren es knapp 50.000 Fahrzeuge – halb so viel die der schwäbische Hauptkonkurrent.

Neuer 7er: bis zu 130 Kilogram leichter

So wird es bei einer Version mit langem Radstand, die das Gros der weltweiten Zulassungen ausmachen wird, und einer betont europäischen Variante mit normalem Radstand schwer, die übermächtige Mercedes S-Klasse vom Thron zu stoßen. Dabei zeigt die erste Testfahrt: der 7er BMW hat das Zeug dazu. „Er ist bis zu 130 Kilogramm leichter geworden“, unterstreicht Klaus Fröhlich selbstbewusst, „wir werden die technische Spitzenposition in diesem Segment anstreben und auch erreichen. Wir sind gleichzeitig komfortabler, aber auch sportlicher geworden.“ Große Worte, die ein paar Minuten später am Steuer eines wild beklebten BMW 740 Li alles andere als großspurig erscheinen. Trotz langem Radstand fährt sich das rund 5,20 Meter lange Luxusmodell mindestens eine Klasse kleiner, kompakter, dynamischer. Selbst mit dem großen Achtzylinder bringt der 750i nur 1.870 Kilogramm auf die Waage. „Wir haben den Leichtbau konsequent durchgesetzt“, unterstreicht Entwickler Florian Schek und zeigt die einzelnen Module an der Rohkarosse, „größere Teile sind dabei genauso wichtig wie Detailoptimierungen. Wir haben wirklich alles angefasst.“ Die Karosserie hat durch die Verwendung von ebenso leichtem wie hochfesten Karbon allein 40 Kilogramm abgespeckt. Die vier neuen Radaufhängungen bringen weitere 35 Kilo. Selbst das bürstenlose Klimagerät steuerte ein halbes Kilo oder die Alutüren zwölf wertvolle Kilos zur Leichtbau-Kur bei.

Fahrdynamische Referenz?

Diese Diät zeigt sich auf dem Handlingparcours deutlich. Denn obschon das aktuelle 7er-Modell in Sachen Fahrdynamik Maßstäbe setzt, ist der Fortschritt eindrucksvoll. Dafür sorgen im Paket Luftfederung, Karosseriemodule aus Karbon und jede Menge Detailliebe bei der Fahrwerksabstimmung. Denn der 7er BMW kann mit seiner optionalen Vierradlenkung nicht nur spielend Kurven durchpflügen, sondern gleitet über Unebenheiten in der Fahrbahn so lässig hinweg, wie es bisher nur die Mercedes S-Klasse konnte. Die bekannten Fahrprogramme Eco Pro, Comfort / Comfort Plus, Sport / Sport Plus wurden um einen Adaptivmodus ergänzt, der an sich immer das Idealpaket bereithält.

4- bis 12-Zylinder und Hybrid

Dem gegenüber haben sich Außendesign und Antriebe nur evolutionär weiterentwickelt. Bei den Motoren wird es zum Marktstart im Herbst zunächst Sechs- und Achtzylinder mit Turboaufladung geben. Das Basismodell des BMW 740i mit seinem Dreiliter-Reihensechszylinder dürfte nach der Leistungsspritze knapp 350 PS leisten, während der 4,4 Liter große Turbo des 750ers mindestens 470 PS aus den acht Hightech-Brennkammern herausholt. 2016 folgen der ebenfalls leicht erstarkte Zwölfzylinder des 760i sowie eine wenig standesgemäße Vierzylinderversion für den allzu wichtigen Chinamarkt mit rund 250 PS aus zwei Litern Hubraum. Erstmals wird der BMW 7er der Generation G11 / G12 auch mit einem Vierzylinder-Plug-In-Hybriden zu bekommen sein, der von seinen Leistungsdaten weitgehend dem des BMW X5 xDrive 40e mit seinen 313 PS entspricht. Seine elektrische Reichweite: 30 km. Auf dem europäischen Markt dürfte den Dieselmodellen dagegen weiterhin die größte Bedeutung zukommen. Hier wird es erstmals nicht bei den drei verschiedenen Sechszylinderdieseln in 730d, 740d und 750d mit einem Leistungsspektrum von 250 bis knapp 400 PS bleiben. Ein zwei Liter großer Commonraildiesel mit circa 230 PS dürfte die Palette nach unten abrunden und einen Normverbrauch von rund fünf Litern ermöglichen.

Innovation bei den Assistenten

Die BMW-Entwickler haben ihr neuestes Schmuckstück jedoch nicht nur bei Antrieb und Fahrwerk mit neuester Technologie vollgestopft. Noch bunter treibt der Bayer es im Innern. Neben den animierten Instrumenten gibt es neben Controller und Spracheingabe erstmals auch ein Touchdisplay und Gestensteuerung. Laut und leise für das Soundsystem sowie die Annahme und das Abweisen von Telefonanrufen sind in Sachen Gesten zwar nicht viel; zeigen jedoch wohin die Reise in den nächsten Jahren gehen wird. Das gilt auch für die Assistenzsysteme, wo der 7er BMW weiterentwickelt mit Stau- und Spurhalteassistenten allerdings weitgehend bekanntes, fein abgestimmt, bietet. Die Verkehrszeichenerkennung hat erstmals zudem Zugriff auf den Tempomaten und passt die Geschwindigkeit variabel an. Wer will, kann auch ein paar Kilometer mehr einstellen – als persönliche Toleranz. Neu ist ebenfalls die Funktion, dass das Fahrzeug vorwärts ohne Fahrer in die engste Parklücke fährt. Dazu reicht von außen einen Knopfdruck auf den Fahrzeugschlüssel.

Der Kampf auf den Thron im Luxussegment ist eröffnet. Schließlich kommt Anfang 2017 auch der neue Audi A8 auf den Markt. Den strahlt der neue BMW 7er mit seinen Laserscheinwerfern ebenso gleißend hell an, wie die sechs Derivate der Mercedes S-Klasse.

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