© Bild: Peter Steffen/dpa
37 Verkehrstote wurden 2013 auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen verzeichnet - 2012 waren es noch 64.
 

14 Prozent weniger Verkehrstote in Österreich

453 Menschen kamen 2013 bei Verkehrsunfällen ums Leben – das bedeutet einen Rückgang von 14,7 Prozent im Vergleich zu 2012.

02.01.2014 APA

Mit 453 Verkehrstoten konnte 2013 in Österreich ein deutlicher Rückgang um 14,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (531 Todesopfer) verzeichnet werden. Das gab das Bundesministerium für Inneres bekannt. Damit liegt die Zahl der Verkehrstoten erstmals unter 500 in einem Jahr – die absolut niedrigste Zahl seit dem Beginn der Aufzeichnungen im Jahre 1950. Der langfristig rückläufige Trend bei den Verkehrstoten auf den Straßen setzt sich somit weiter fort, die Opferzahl ist in Österreich im Jahresvergleich seit dem Jahr 1999 – mit nur einer Ausnahme (2012) – durchwegs gesunken.

2013 nur mehr ein Sechstel der Verkehrstoten im Vergleich zu 1972

Gegenüber 1972, dem bisher schwärzesten Jahr in der Unfallstatistik (2948 Tote), waren 2013 weniger als ein Sechstel der Todesopfer als damals zu beklagen, obwohl sich der Fahrzeugbestand seither von 2,5 Mio. auf 6,3 Mio. mehr als verdoppelt hat. Noch vor 14 Jahren, im Jahr 1999, gab es in Österreich mehr als 1000 Tote (1079) im Straßenverkehr. Der Rückgang seit damals beträgt mehr als die Hälfte (58 %).

Bundesländerstatistik: Meiste Verkehrstote in Niederösterreich

Burgenland 17 Verkehrstote (2012: 30), Kärnten 41 (46), Niederösterreich 112 (145), Oberösterreich 99 (93), Salzburg 36 (46), Steiermark 71 (81), Tirol 46 (42), Vorarlberg 14 (24) und Wien 17 (24). Zunahmen gab es dabei in Oberösterreich (+6 Getötete) und Tirol (+4), alle anderen Bundesländer verzeichnen Rückgänge. In Oberösterreich und in Tirol wurden im Jahr 2012 sehr niedrige Werte erreicht. Im Burgenland, in Niederösterreich, Salzburg, Steiermark, Vorarlberg und Wien gab es im abgelaufenen Jahr die bisher geringste Zahl an Verkehrstoten seit 45 Jahren.

Wenigste getötete Pkw-Lenker und -Insassen seit Aufzeichnungsbeginn

Bei den tödlichen Verkehrsunfällen im Jahr 2013 verloren 189 PKW-Insassen, 20 Lkw-Insassen (einschl. Klein-LKW), 89 Motorrad-Fahrer, 15 Moped-Fahrer, 51 Radfahrer (davon 6 mit Elektro-Fahrrad), 80 Fußgänger, 5 Traktor-Lenker/Mitfahrer und 4 sonstige Verkehrsteilnehmer ihr Leben. Zurückgegangen auf die bisher niedrigsten je erfassten Werte sind die getöteten Pkw-Lenker und Insassen. Angestiegen gegenüber dem Vorjahr ist die Anzahl der getöteten Motorradfahrer.

Erhöhte Geschwindigkeit Hauptursache für tödliche Unfälle

Als vermutliche Hauptunfallursachen dieser tödlichen Verkehrsunfälle mussten nicht angepasste Fahrgeschwindigkeit (30,6 %), Vorrangverletzung (17,7 %), Unachtsamkeit/Ablenkung (12,2 %), Überholen (9,4 %), Fehlverhalten von Fußgängern (7,8 %), Übermüdung (2,5 %) und Herz-/Kreislaufversagen/akute Erkrankungen (2,3 %) festgestellt werden. Unfallkausale Alkoholisierung war bei 19 oder 4,4 % der tödlichen Unfälle gegeben.

9 Kinder bei Verkehrsunfällen getötet

Die Zahl der getöteten Kinder unter vierzehn Jahren ist im Vorjahr wieder leicht angestiegen: 9 Kinder im Alter von 0 bis 14 Jahren kamen im Straßenverkehr im Jahr 2013 ums Leben, davon 3 Kinder als Fußgänger, 3 als Pkw-Insasse, 1 Kind mit Kinderfahrrad, 1 Kind als Moped-Mitfahrer und 1 Kind als Lenker eines Klein-Motocross-Motorrades. Ein tödlicher Kinderunfall war ein Schulwegunfall. Im Jahr 2012 verunglückten 8 und im Jahr 2011 13 Kinder tödlich.

16 Getötete auf Bahnübergängen, 8 Verkehrstote in Straßentunnelanlagen

Auf Bahnübergängen bei Eisenbahnkreuzungsanlagen verunglückten 16 Menschen tödlich (2012: 15). 10 Fußgänger kamen im Vorjahr im Bereich von Schutzwegen ums Leben; 5 bei ungeregelten und 5 bei geregelten Schutzwegen. Im Jahr 2012 kamen 14 Menschen auf Schutzwegen ums Leben. 8 Tote mussten im abgelaufenen Jahr in Straßentunneln beklagt werden (2012: 12), davon 3 im hochrangigen Straßennetz (Autobahnen und Schnellstraßen). Bei Verkehrsunfällen mit Geisterfahrern kamen im abgelaufenen Jahr 2 Verkehrsteilnehmer ums Leben.

Weniger tödliche Unfälle auf Autobahnen und Schnellstraßen

37 Verkehrstote mussten auf Autobahnen und Schnellstraßen verzeichnet werden, dies bedeutet einen deutlichen Rückgang für das hochrangige Straßennetz gegenüber dem Vorjahr (64 Opfer) und machen einen Anteil von 8,2 % an allen Verkehrstoten aus. Der Großteil der tödlichen Unfälle ereignet sich auf den ehemaligen Bundesstraßen (181 Getötete), Landesstraßen (153) und sonstigen Straßen (82).

34 Prozent „Alleinunfälle“

148 oder 34,1 % aller tödlichen Unfälle sind Alleinunfälle, das heißt es ist nur ein einziges Fahrzeug am Unfall beteiligt. 46 tödlich verletzte Fahrzeuginsassen waren nicht angegurtet. 70 der 453 Verkehrstoten (15,4 %) waren ausländische Staatsangehörige, der Anteil der ausländischen Verursacher von tödlichen Verkehrsunfällen beträgt 18,2 % (79 von 434).

Mehr zum Thema
pixel