Autorevue Magazin-Archiv: Ausgabe 09/2011

Ausgabe der Autorevue vom September 2011 mit Cover, Editorial & Impressum

08.04.2013 Autorevue Online-Redaktion

Liebe Leserin,
lieber Leser,

 

willkommen im Sommerloch, jener Jahreszeit, in der fast alles möglich ist. Zum Beispiel, dass im ORF der kleinste gemeinsame Parteiwurschtl als Generalintendant bestätigt wird, von Gnaden eines 23-Jährigen. Gab es wirklich keinen Besseren für den wichtigsten Medienjob des Landes? Aber im Grunde war das ja nur ein weiterer Beweis, auf welchem Niveau in Österreich der politische Diskurs geführt wird. Bleibt eigentlich nur noch die Frage, warum wir mit diesem Staatsmanagement noch immer zu den erfolgreichsten Nationen innerhalb der EU zählen – in den meisten Eckdaten liegen wir nämlich inzwischen sogar schon deutlich vor Deutschland.

Mein Tipp: Weil wir das Glück haben, über eine enorm produktive, extrem gut vernetzte Autoindustrie im Land zu verfügen – und damit den letzten funktionierenden Industriezweig Europas, der noch nicht in Richtung China verloren ­gegangen ist. In Österreich hängen immerhin rund 14 Prozent der Arbeitsplätze an der Autowirtschaft.

Und was macht der ORF? Es wird weiterhin aus vollen Rohren gegen das Auto geschossen. Zuletzt wurde dem VCÖ eine Plattform geboten, damit er seine ziemlich irre Forderung verbreiten durfte, die Pendlerpauschale für Autofahrer zu streichen. Also erstens will ich mir nicht vorstellen, wie das Land mit ein paar Prozent mehr Arbeitslosen aussieht, wenn uns das Autofahren endgültig vergrätzt worden ist. Zweitens stehen die Einnahmen aus der kürzlich erst erhöhten Mineralölsteuer in keinem Verhältnis zu den steuerlichen Erleichterungen für Pendler. Drittens: Warum wollen die Grünen ausgerechnet jene Bevölkerungsgruppe bestrafen, die in jenen ­Regionen wohnt, wo man aufs Auto schlicht angewiesen ist und nicht an jeder Ecke coole Hightech-Arbeitsplätze warten?

Na ja, ein Sommerloch-Thema halt, wie Feinstaub und ­Tempo 160 undundund. Unsere Gegenmittel fürs Sommerloch: tolle Storys. Zum Beispiel schrieb sich Phil Waldeck einen Wankel-Nachruf von der Seele, weil ihm die Wartezeit auf den nächsten RX-7 zu lang ist. David Staretz lernte einen ­Columbo-Hauptverdächtigen kennen, der sich dann doch als einer dieser neuen querdenkenden Automacher herausstellte (Fisker-Story, Seite 26), und liefert ganz nebenbei im Hyundai-­Veloster-Fahrbericht auch noch die Formel für mehr Spaß im Jahr 2011 (und der wird in üblen Zeiten immer wichtiger, glaubt uns): „Cruising Downtown, Racing Upstate und was das Leben sonst noch hergibt an neuen Abenteuern im Längsbereich.“

In diesem Sinne: einen hochoktanigen Restsommer!

Herzlichst
Christian Kornherr

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