Autorevue Magazin-Archiv: Ausgabe 11/2011

Ausgabe der Autorevue vom November 2011 mit Cover, Editorial & Impressum

08.04.2013 Autorevue Online-Redaktion

Liebe Leserin,
lieber Leser,

 

jetzt hatten also auch wir unsere Viertelstunde Berühmtheit (© Andy Warhol). Es stellte sich nämlich heraus, dass die Zutaten unseres Aventador-Missgeschicks – Bestsellerautor Thomas Glavinic geriet mit dem 700-PS-Supersportler in einen banalen Landstraßenunfall – großartig genug waren, um am Tag nach dem Erscheinen der Autorevue in so ziemlich allen Tages­zeitungen des Landes präsent zu sein. Und dann waren wir auch noch in „Willkommen Österreich“ ein Thema, wobei uns Stermann & Grissemann jede Lamborghini- oder Autorevue-Verarsche erspart haben (danke, danke, danke).

Rückblickend betrachtet, blieben für mich folgende Fakten übrig, abseits der jeweils medientypischen Spracheskalation: Die „Kronen Zeitung“ hat richtig zitiert und die Fotorechte ­geklärt. „Österreich“: Foto geklaut, Geschichte erfunden. Weil die Story offenbar noch nicht sensationell genug war, setzte nämlich ein „Österreich“-Redakteur kurzerhand den armen Christian Clerici auf den Beifahrersitz, obwohl der eigentlich mit dem Ferrari ­unterwegs war und als einer der Ersten an der Unfallstelle eintraf. Was wir daraus lernen: Man möchte nicht unbedingt prominent sein in diesem Land, wenn man einmal erlebt hat, wie mit Fakten und persönlichen Rechten umgegangen wird.

Das kann uns aber eh egal sein, weil wir wollen uns wieder in die stille Ecke der Auto-Berichterstattung zurückziehen und dort ganz, ganz lange bleiben. Denn ich darf Ihnen versichern, dass jeder von uns die Unfallbilder lebhaft im Kopf hat, wenn er in ein Auto einsteigt, das mehr als eines unserer kümmerlichen Jahresgehälter kostet.

Herzlichst
Christian Kornherr

PS: Ach ja, ein eventuelles Missverständnis muss auch noch aufgeklärt werden. Natürlich hat Thomas Glavinic die Schwärzungen in seiner Story selber angebracht, es gab also KEINE Zensur der Redaktion (pfui, habt Ihr uns das wirklich zugetraut?). ­Thomas spielte da einfach mit einem klassen literarischen Stil­mittel. Schließlich wissen wir spätestens seit Alfred Hitchcock, dass die eigene Fantasie meist viel heftiger als die Wirklichkeit ist.

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