Autorevue Magazin-Archiv: Ausgabe 3/1966

Ausgabe der Autorevue vom März 1966 mit Cover, Editorial & Impressum

07.04.2013 Autorevue Online-Redaktion

Ein zweiter Rallye-Skandal?

 

Die Rallye-Europameisterschaft ist in vollem Gange und nach der Rallye Monte Carlo wurden bereits zwei weitere Veranstaltungen – in Schweden und in Italien – durchgeführt, über die in diesem Heft berichtet werden. Unseligerweise mußte nach den sattsam bekannten Monte Carlo-Vorfällen neuerlich ein Gesamt- und ein Kategoriesieger bei der Schlußabnahme aus der Wertung genommen werden, wiederum sind offizielle Werkswagen von den Ausschlüssen betroffen und dies wird zur Folge haben, daß sämtliche Berufungsmöglichkeiten bis zur Neige ausgekostet werden. Die endgültigen Resultate der Rallye dei Fiori werden also vermutlich auch noch ein paar Monate auf sich warten lassen.

Derartige Vorfälle sind natürlich nicht dazu angetan, um unseren Sport in den Augen der breiten Öffentlichkeit als besonders sauber erscheinen zu lassen. Nun voreilig den Schluß zu ziehen, im Automobilsport stinke es bis zum Himmel, wäre allerdings verfehlt. Man muß bei objektiver Betrachtung der Sachlage berücksichtigen, daß die Sportgeräte im Automobilsport unerhört diffizile, aus zahllosen Teilen bestehende Maschinen sind, deren Überprüfung sehr schwierig ist. Gewiß, es ließen sich einfachere Spielregeln aufstellen als das umfangreiche, sehr ins Detail gehende Gesetzeswerk, den Anhang J. Geht man den Dingen auf den Grund, so stellt man fest, daß sich die sogenannten Skandale meist im Serienwagensport ereignen, wo die Gesetzesbestimmungen besonders einschneidend sind. Je klarer und einfacher Regeln abgefaßt werden – so bei Renn- und Rennsportwagen – um so seltener gibt es Schwindelversuche oder Interpretationsschwierigkeiten.

Man könnte daraus also folgern, daß der Anhang J ein Unding wäre, der nur Komplikationen enthält und zu Schwierigkeiten führt. Dabei ginge man allerdings am Kern der Sache vorbei. Denn der Serienwagensport ist in erster Linie aus dem Bestreben heraus gewachsen, auch dem Alltagsautomobil eine Einsatzmöglichkeit unter seinesgleichen und damit fairen Bedingungen zu geben. Die fairen Bedingungen aber, das Streben nach Gerechtigkeit, können nur durch sehr einschneidende, genaue und ins Detail gehende Bestimmungen verwirklicht werden. Damit erst wurden die Komplikationen in den Automobilsport getragen, weil sich die Notwendigkeit zur Förderung des Serienwagensports dringend ergab.

Im kleinen, nationalen Sport dürften wohl die Vorteile der gerechteren Fahrzeugzusammenfassung durch das Serienwagenreglement gegenüber den Nachteilen der Komplikation überwiegen. Dort aber, wo die Interessen großer Werke aufeinanderprallen, wo Sport-Juristen den Rennabteilungen in kniffligen Auslegungsfragen zu Hilfe kommen, dort kommt die Problematik des Seriewagensports ans Tageslicht und zeigt ein Dilemma auf, dessen Bereinigung sich noch nicht annähernd absehen läßt, meint

 

Ihre AUTOREVUE

 

 

INHALTSVERZEICHNIS Heft 3/1966

 

Sportresultate (Seite 2)

Neuwagenpreise (Seite 4)

Leserbriefe

Buchbesprechungen (Seite 6)

Genfer Novitäten (Seite 8)

Paul Frére: AUTOREVUE-Prüfung: Fiat 1500 C (Seite 12)

Jens M. Kroll: Der Lack macht das Auto erst schön (Seite 16)

Fred Pryscu: Lancia Fulvia Coupé HF (Seite 19)

VI. Rallye dei Fiori (Seite 20)

Schweden-Rallye (Seite 25)

Helmut Zwickl: Daytona Intercontinental

Helmut Zwickl: Die Bleifuß-Yankees vom Nudeltopf (Seite 28)

Richard v. Frankenberg: Das Phänomen Stewart (Seite 32)

-sedi-

Spielwarenmesse Nürnberg 1966 (Seite 36)

Aus Handel und Industrie (Seite 38)

Dipl.-Ing. Franz C. Krizek: AUTOREVUE erklärt: Der Luftwiderstand (Seite 40)

Automobilbörse (Seite 41)

Helmut Zwickl: Speedpilot (Seite 42)

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