Autorevue Magazin-Archiv: Ausgabe 01/2010

Ausgabe der Autorevue vom Jänner 2010 mit Cover, Editorial & Impressum

08.04.2013 Autorevue Online-Redaktion

Liebe Leserin,
lieber Leser,

 

diese Ausgabe versucht einen gewaltigen Bogen zu spannen, der von einer neuen ­Dimension des Rolls-Royce-Fahrens bis zu den Stadtnomaden reicht. Trotzdem finden sich Gemeinsamkeiten zwischen den ­Geschichten: Die Autoren heißen Hofbauer, und sie sind absolut lesenswert.

Susanne Hofbauer fuhr nach England, um erstmals den neuen, kleinen Rolls-­Royce zu bewegen. Klein muss man natürlich relativ sehen, der Ghost überragt noch immer locker jede herkömmliche Direk­tionslimousine, besticht durch servile Ideen und eine unglaubliche haptische Tiefe, fügt aber – und hier betritt das Traditionsunternehmen absolutes Neuland – eine seltsame, beispiellose Art von Fahrspaß hinzu. Aber lesen Sie bitte selber, der Titel der Story sagt eigentlich eh schon alles: „Strawberry Fields Forever“, ab Seite 26.

Am anderen Ende des Bogens wartet eine völlig gegensätzliche Art des Luxus, die aber heute vielleicht sogar noch exklusiver ist, nämlich der Luxus des freien Denkens und der freien Lebensgestaltung. Wolfgang Hofbauer besuchte gemeinsam mit Fotograf Andreas Riedmann die ­Autonomaden von Wien, die die ­Mobilität ­ihrer Unterkünfte in letzter Zeit öfter ­nutzen mussten, als ihnen lieb war. Im Zuge der Recherche stellte sich heraus, dass die überwiegende Mehrheit ­geregelten Berufen nachgeht oder studiert, dass sich die Stadtnomaden aber halt nicht ­anpassen wollen und deshalb gewaltige ­Probleme mit den Hütern von Recht und Ordnung bekommen. Das wirkliche ­Drama der Geschichte ist, dass sie in der sozial­demokratischen Hochburg spielt, wo sich die Roten in Zeiten des Wahlkampfs auf ­beschämende Weise vom blauen Gedankengut herscheuchen lassen.

Wir glauben: Ein paar Rolls-Royces, ­Ferraris, Porsches weniger werden die Welt eher nicht retten, etwas mehr Sinn fürs Ganze (Stichwort: die Welt-Fleisch-Produktion verursacht weitaus mehr CO2 als der gesamte Pkw-Verkehr) und mehr Verständnis für Andersdenkende dagegen sicher. Am Ende führt also noch ­etwas diese beiden Geschichten zusammen, die Ablehnung von Intoleranz, auf unterschiedlichste Weise halt.

In diesem Sinne wünscht die Redaktion ein Frohes Fest und besinnliche Feiertage.

 

Herzlichst

Christian Kornherr

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