Autorevue Magazin-Archiv: Ausgabe 02/1989

Ausgabe der Autorevue vom Februar 1989 mit Cover, Editorial & Impressum

08.04.2013 Autorevue Online-Redaktion

Liebe Leserin, lieber Leser,

frisch glänzend von den Ehrungen rund um die „Auto des Jahre“-Feiern tritt der Fiat Tipo auch in der Autorevue wieder an: Teil 2 des großen Dauertests.

Fotografin Barbara Krobath hatte den Job, ein breites stark publiziertes und vielfach dargestelltes Auto so zu präsentieren, daß Sie nicht auf die Idee kommen würden, alles schon gesehen zu haben. Ein neues Bild des Tipo war angesagt, allerdings ohne sich in künstlerische Abstraktion zu stürzen. Auto soll Auto bleiben, mit allen Vieren am Asphalt.

Die junge Dame wählte einen hochempfindlichen Film (1600 ASA), tat ihm durch Überbelichtung zusätzliche Qual an und fotografierte im übrigen à la Krobath. Resultat: Körnige Struktur, die Helligkeit einer Schneelandschaft zur staubtrockensten Dreikönigszeit, – und Bilder insgesamt, die die Linien des Tipo auf wunderbare Weise leben lassen. Mit dem Titel der Story hat das alles nichts zu tun: Schulterwurf. David Staretz’ Erklärung ab Seite 42.

Die Autorevue hat sich nie als großer Förderer des Autotelefons verdient gemacht.

Unsere wesentliche Haltung war, es in toleranter Weise zu dulden. Immerhin nehmen wir auf diesem Weg manchmal sogar sinnvolle Anrufe entgegen, daneben pflegt auch der Eigentümer Wortmeldungen zu platzieren, denen wir mit unverholendem Interesse lauschen. Persönlich habe ich immer in der Vorgangsweise meines Freundes Walter Röhrl den meisten Sinn erkenn können. Sein Autotelefon ist ein Gesamtkunstwerk:

Erstens: Der Walter hat’s und die Firma zahlt’s.

Zweitens: Er ist grundsätzlich erreichbar, aber de facto nicht, weil er keinem die Nummer gibt.

Drittens: Um sich diese Mühe zu sparen, ebenso niemandem eine Nummer seines Ferienhauses zu geben, hat er dortselbst auf Telefonanschluß verzichtet. Muß ihn jemand ganz dringend erreichen, führt der Weg über eine Saalbacher Telefonnummer, eine warme Befürwortung seines Freundes Sepp Haider und die Entsendung eines Kuriers in den Talschluß. Dort hat der Walter noch allemal die Wahl zwischen prolongierter Sitte oder sich ins Auto hocken und zu sagen: WASISLOS?

Wir stehen allerdings nicht an, uns neuen Zeiten zu öffnen, zumal kein kleinerer als Philipp Waldeck vorangeht. Insofern ist auch die Pflichtübung eines braven Service-Artikels zur Gala-Show geraten: Christian Kornherr recherchierte und hatte die Arbeit am Hals, Philipp Waldeck erklärt uns, warum er trotz Autotelefon ein klasser Bursch geblieben ist, Manfred Deix malte den Aufmacher und „Playboy“-Cartoonist Smilby die Draufgabe. Wir selbst telefonieren derzeit noch von allen möglichen Hütterln, beabsichtigen aber demnächst die Inbetriebnahme einer guten Mobilstation. Wir denken an ein rotes Carrera-Cabrio, das wir vor dem „Schwarzen Kamel“ in der Bognergasse parken werden.

 

Herzlichst, Ihr

Herbert Völker

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