Autorevue Magazin-Archiv: Ausgabe 02/1984

Ausgabe der Autorevue vom Februar 1984 mit Cover, Editorial & Impressum

08.04.2013 Autorevue Online-Redaktion

Lieber Leser,

unlängst dachten wir wieder nach. Nicht, um auf neue Ideen zu kommen, sondern eher in einer passiven Art läuternden Dösens. Wer einen besonnenen Geist in dieser schnellen Zeit bewahren will, tut gut daran, ein wenig im Standgas vor sich hinzubrabbeln, den Leerlaufschwankungen des Motors nachzulauschen, das Bremsenspiel und das der Lenkung zu überprüfen, um schließlich wieder einen neuen Gang einzulegen und die Kupplung der Ereignisse kommen zu lassen.

Dieses Abbremsen und kurzzeitige Verharren hilft uns dabei, das Tempo zu bestaunen, mit dem die Dinge draußen vorbeitreiben wie Blätter im Wind. Wenn wir auf der Hut sind, erwischen wir dann gerade noch Onkel phil. Waldeck am Rockzipfel, wie es ihn gerade vorbeiweht auf dem Wege nach neuen Ufern an den Wasserstellen der Innenstadt. Wir drücken ihm dann geschwind einen Henkel in die Hand und fort ist er zu zweit ins Land der Minderheiten (Seite 44).

Knacksen und Rauschen im Hörer. „Na, du Pfeife?“ Herbert Völker ist sechstausend Wüstenkilometer weit zum nächsten Telefon gefahren, er ruft aus Ouagadougou an, sie sind teuflisch unterwegs, sagt er, das schlimmste ist bewältigt und der Puch G ist ein braves Tier, auch wenn er zeitweise klingelt wie ein Meßdiener, das kommt vom kalorienarmen Benzin, und Einspritzer reagieren hier besonders empfindlich. Auf die nächste Autorevue ist er selber gespannt, sagt er, weil so eine Story hat es überhaupt noch nie gegeben.

Eilbrief aus Frankreich. Paul Frère, Autorevue-Mitarbeiter der ersten Stunde und zentrale Schaltstelle für die wirklich wesentlichen Neuheiten, ist das gefahren, was im Moment sämtliche Kompressor-Turbos, Wassereinspritzungen, Siebenzylindermotoren und ähnliche Gestrigkeiten von den Stammtischen wischt: Die Verradlenkung. Wie alle spektakulären Rösselsprünge im Autobau ist auch sie natürlich schon dagewesen, aber noch nie in dieser faszinierenden, hochgeschwindigkeitstauglichen Form und schon gar nicht made in Japan (Seite 24).

 

Ihr

David Staretz

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