Autorevue Magazin-Archiv: Ausgabe 08/1984

Ausgabe der Autorevue vom August 1984 mit Cover, Editorial & Impressum

08.04.2013 Autorevue Online-Redaktion

Lieber Leser,

vor zwölf Jahren gab’s das erste Autorevue-Titelbild mit Lauda. Wir hatten den Knaben zu Bernd Schilling ins Atelier bestellt, dort zog er seinen Overall an, der Aufnäher von STP, Levi’s, Bosch und Raiffeisen hatte. Niki mußte sich die Stirn anfeuchten, damit er ein bisserl verschwitzt aussah, dann stellte ihn Schilling vor ein Poster mit verwischten Formel-2-Autos. Lauda war damals drauf und dran, sich mit Haut und Haar zu verkaufen und in alle Schulden dieser Welt zu stürzen, er bezeichnete sich als Aktie. Damals hatte er eine Kolumne bei uns (Gage: 1500 Schilling), und in jenem Heft beschrieb er seine jüngsten Formel-2-Erfolge. Als Gegner führte er an: Ronnie Peterson, Graham Hill, Francois Cevert, Carlos Pace, Gerry Birrell – keiner lebt mehr.

In der Folge war Niki weitere achtzehnmal auf Autorevue-Covers, mal routinemäßig als Leithammel seines Sports, mal als Galionsfigur unserer Supertests, als Sieger und Weltmeister („Oh Nikolaus“), als Fast-Verbrannter („Rettung eines Champions“), als Rücktretender und als Wiederkommender („Niki“).

Anläßlich unserer August-Nummer mit dem traditionellen Grand-Prix-Schwerpunkt ist Niki nun zum zwanzigsten Mal fällig. Dazu wollte ich eine Story schreiben über den besten und schnellsten Lauda, den es je gegeben hat. Da ich dazu noch ein paar Fragen hatte, gingen wir zum Eckel abendessen und ich ließ das Tonband mitrennen. Nach zweimal zwei Portionen Eierschwammerln war die Geschichte tot. Sie hätte nie so gut werden können wie der Mitschnitt von Niki live. Hören Sie sich das an: Seite 44.

Die „kleine“ Alpine, also der Typ 110, war ein gnadenloses Auto. Es hat seine Fahrer nie verzärtelt und verweichlicht. Wer Federung, Knautschzone, Flankenschutz oder Schalldämmung haben wollte, konnte sich ja ruhig was anderes kaufen. Peter Pisecker hat die Alpine-Geschichte neu aufgerollt und zeigt, wie sich die Tapfersten der aussterbenden Rasse in ihre Reservate gerettet haben. Für ernsthafte Menschen kam nur eine einzige Alpine-Farbe in Frage. Daher der Titel der Story: „Das Blaue vom Himmel“, Seite 26.

 

Ihr

Herbert Völker

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