Autorevue Magazin-Archiv: Ausgabe 08/1972

Ausgabe der Autorevue vom August 1972 mit Cover, Editorial & Impressum

08.04.2013 Autorevue Online-Redaktion

Tempo 112

Im vergangenen Monat war ich 6000 Kilometer mit dem Wagen in Amerika unterwegs. Ziemlich stilecht, wie ein braver Ami: Mit einem ganz dicken Mercury Montego, mit Klimaanlage und sechs Paar Sicherheitsgurten. Für zwei wesentliche Erfahrungen waren diese 6000 Kilometer geeignet: Die Amis bauen seit letztem Jahr uaf breiterer Front Autos, die für uns akzeptabel sind, unter gewissen Umständen sogar erstrebenswert sein können (doch darüber lesen Sie einen Fahrbericht in einer der nächsten Nummern) – und zweitens konnte ich ausführlich auskosten, wie es sich im Vorbild aller Tempo-Limit-Länder leben läßt. Einzig im Wüstenstaat Nevada lautet die Vorschrift „Reasonable and proper“ also „vernünftig und ordentlich“, in den restlichen 49 Staaten wird konkreter ausgedrückt, was man unter „vernünftig und ordentlich“ zu verstehen habe, das Angebot reicht von 45 Stundenmeilen bis (auf den meisten Autobahnen) 70 Stundenmeilen, also 112 km/h.

Vielleicht sehe ich die Sache etwas zu naiv: Etwa 80 Prozent der Autofahrer halten sich an das Limit – und das sind meiner Meinung nach jene 80 Prozent, die ohnedies nicht schneller als 112 km/h fahren würden, auch wenn sie dürften. Die übrigen rund 20 Prozent (der Anteil wechselt je nach Gegend) sind allerdings unerhört bewußte, aufmerksame, auch defensive Autofahrer. Das Leben mit der Gefahr, das ständige Räuber-und-Gendarm-Spielen hat ihren Fahrstil geprägt: Sie fahren zügig, überholen aber möglichst langsam, überprüfen kurz den Überholten, sie verlangsamen vor Unterführungen und anderen Versteckmöglichkeiten, sie springen sogar auf die Bremse, wenn sie einen weißen Strich auf der Fahrbahn sehen (Beginn einer Meßstrecke für Polizisten in Flugzeugen). Die Angst vor einem „ticket“ (Höhe der Strafe variiert, der goldene Schnitt liegt bei 30 Dollar, was dem Gegenwert von 300 Liter Treibstoff entspricht), fährt also pausenlos mit, macht die Leute zwar wachsam, führt aber zu völlig unberechenbaren Reaktionen.

Nervenstärke, noch dazu, wenn sie Geld hiben, scheren sich wenig: Dan Gurney gewann im Vorjahr auf einem Ferrari ein höchst inoffizielles und illegales Rennen von der Ost- zur Westküste. Nur dreimal wurde er zur Kasse gebeten. Der zweitplazierte Cadillac zahlte zehnmal.

 

Ihr

Herbert Völker

 

 

INHALTSVERZEICHNIS

 

Tests

J. Czernin, B. Schilling: Alfasud (Seite 8)

P. Karner, B. Schilling: Renault 15 TS (Seite 14)

B. Schilling: Cortina 2000 GXL (Seite 18)

Informationen

Technik (Seite 6

Zubehör (Seite 6)

Neuheiten (Seite 6)

Verkehr (Seite 7)

Reportagen

H. Völker, Martin Menzl: Der Diskont-Käfer (Seite 22)

H. Prüller: Frauen in den Boxen (Seite 30)

Heinz Prüller im Cockpit von Denny Hulmes CanAm-McLaren (Seite 28)

Sport

Helmut Zwickl, A. H. Rottensteiner: Die große Grand-Prix-Story (Seite 22)

Motoren und Reifen (Seite 26)

Alle Grand-Prix-Rennställe (Seite 26)

Eine Runde am Österreichring (Seite 32)

H. Zwickl, DPPI: Grand Prix Frankreich (Seite 34)

H. Prüller, DPPI: Grand Prix England (Seite 36)

H. Biesenberger: AUTOREVUE-Farbmittelfoto Start in Clermont Ferrad (Seite 24)

H. Völker, G. Hoschek: CANAM-Lauf in Road Atlanta (Seite 18)

Niki Lauda erzählt (Seite 38)

Internationaler Motorsport (Seite 40)

Nationaler Motorsport (Seite 42)

Sportresultate (Seite 44)

Sportkalender (Seite 44)

Leserdienst

Automobilbörse (Seite 45)

Motorradpreise (Seite 45)

Pkw-Preise (Seite 47)

Zulassungsstatistik (Seite 48)

Autosteuer, Versicherungsprämien (Seite 48)

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